Kunstkoperative ARTLOCH Prod./Patrick Fauck

Kunstkoperative ARTLOCH Prod./Patrick Fauck
Janusbild, 2002. Durch CLICKEN auf das Bild, zur FACEBOOKSEITE wechseln!

Mittwoch, 19. August 2020

3. Internationales 33 Stunden gARTenstipendium Borken

 

Auch in diesem Jahr hat der Borkener Künstler Frank Terwey sein „Internationales 33 Stunden gARTenstipendium Borken“ausgelobt, zum insgesamt dritten mal und zum zweiten mal mit Unterstützung des Kulturbüros der Stadt Borken.

Zu Zeiten von Corona war das keine leichte Entscheidung, letztendlich waren die entspannten Zahlen zum Ende der Bewerbungsfrist und die vielen qualitativ hochwertigen Bewerbungen ausschlaggebend, einen Künstler (m,w,d) einzuladen und zu fördern.

Vom 29. bis zum 30. August wurde „malatsion“ aus Frankfurt eingeladen.

Die eingereichte Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Kunst, Umwelt und Wissenschaft.

fragile fertile“ oder: der Garten wird zur CO2-Senke heißt die Arbeit von „malatsion“, der/die 1974 in Saint-Tropez, Frankreich geborenen Künstler/in.

Nach den Studien in Kunstgeschichte und Archäologie (Diplom), Archäozoologie, Bildhauerei, und Bildende Künste (Diplom), lebt und arbeitet malatsion seit 2004 in Frankfurt.

Die Idee für diese performative künstlerische Arbeit beruht auf „Humus“, die dünne fruchtbare Erdschicht, von der wir alle leben, die aber weltweit rückgängig ist. Humus kann, mit Biomasse-Kohle angereichert, große CO2-Mengen binden und zur CO2-Senke werden. Die Kohle-Anreicherung erhöht außerdem die Fruchtbarkeit des Humus. Dieses Low-Tech-Verfahren wird von Forschern im Film "Humus - die vergessene Klima-Chance" vorgestellt.

Die Kunstaktion greift das Thema symbolisch auf.

Es werden Löcher im Garten gegraben, in die filigrane kleine Skulpturen ("Kunst=Dünger") aus Holzkohle und biologischem Material gegeben werden.

Diese Objekte sind aus organischen Formen (Samen, Pollenkörner) inspiriert und sind 20 bis 40 cm groß. Sie werden zuerst neben jedem Loch ausgestellt.

Im öffentlichen Teil der am Sonntag zwischen 13 und 16 Uhr stattfindet, werden die kleinen Objekte in den Löchern versenkt und zugeschüttet. Dabei ist das Mitmachen von Besuchern durchaus erwünscht.

Mit dem Zersetzungsprozess der Skulpturen werden sich Fruchtbarkeit und CO2-Bindefähigkeit des Humus an der Stelle erhöhen.

Der Zutritt zum Garten an der Wagnerstrasse 14, wird auf 5 Personen begrenzt und nur mit Mindestabstand, Schutzmaske und Handdesinfektion erlaubt werden.




  


Montag, 29. Juni 2020

Ar(T)kaden Bocholt NEUSTART!!!



das Janusbild (5) aus dem Jahr 2002, hängt frei im Raum, da es von beiden Seiten zu betrachten ist. Janus ist der Griechische Gott für den Anfang und das Ende. So steht das Bild für meine Zeit der Transformation vom Maler zum Plastiker.


Anfang oder Ende?





Totem, 2004 (6)






Die Metamorphose des Malers, 2002 (7)







(7)




 (1), (4) und (2)


                     Rot ist ekelig,  2003 (1)




           Des Menschen nackte Haut, 2002 (4)

                                                



                           Grün, 2003  (2)





Plan B, 2002 (3)






Raphaela Kula, letztes Jahr in Borken, Jetzt in Münster

Eine schöne Erinnerung wird wach



An das letzte gARTenstipendium

Sonntag, 14. Juni 2020

KUNST er-Fahren, Drive-through-Ausstellung, Parkhaus Borken

Bei dieser drive-through-Ausstellung handelt es sich um eine Ausstellung die eigentlich keiner machen wollte und niemand noch einmal machen möchte.
Aber es ging darum zu zeigen, ja wir sind noch da.
Dem Anlass entsprechend habe ich eine Arbeit erdacht die den Betrachter auf Abstand halten sollte.
Obwohl es eine Menge Details zu sehen und zu erfragen gab, hieß die Devise:

Im großen Bogen umfahren,
nicht anhalten,
nicht nachfragen,
nicht gucken.

"Büro für delegierten Kunstgenuß"
hieß die von mir erdachte Arbeit, die aus mehreren, einzelnen, für sich alleine konzipierten Arbeiten bestand.

Durch aufgestellte Schilder, auf dem Boden liegende "Lochabdeckungen", aufgesprühte und leuchtende Signale versuchte ich die Besucher von meinem Ausstellungsplatz fernzuhalten.
Das Büro für Delegierten Kunstgenuss bietet den Rundum-Service für den (Nicht)Kunstinteressierten.
Alles aus einer Hand, Die Kunst, die Betrachtung,
die Deutung, die Kritik und das evtl. Unverständnis. Lob, Häme und Spot. Alles liefert der Künstler selber.
Man konnte lediglich zur Dokumentation ein oder zwei Plakate mitnehmen als Alibi.

Kunst all inclusive

Siehe:




















Freitag, 1. Mai 2020

INTERPASSIVE KUNSTAUSSTELLUNG

"Deligierter Kunstgenuss"



                                                                                     Defizitäre Variante                            Normale Variante




Interaktive Kunst wurde ein großes Phänomen aufgrund der Einführung von Computer-basierter Interaktivität in den 1990er Jahren.
In Zeiten der Digitalisierung und des Social Distancing, war meine Idee eine Gegenposition zu dem zu schaffen.
Im Zuge meiner neu organisierten "Dienstleistungskunst" und der ständigen Arbeit an defizitären und parasitären Positionen erdachte ich das Konzept der

Interpassiven Kunstausstellung.

Der Betrachter kann und darf nicht am Kunstgenuss/erleben teilnehmen.
Der Künstler bietet quasie ein "all inclusive" Paket an.
Dieses beinhaltet die Erstellung der Arbeiten, Aufbau der Ausstellung, die Betrachtung, die Bewertung und den Genuss (oder eben nicht).

Der Rezipient hat weiter nichts zu tun als zu behaupten er hätte die Ausstellung gesehen. als Alibi kann er eines der Plakate mitnehmen. Der Kunstgenuss als aktive Teilhabe, weicht hier einer anderen Form der Dekoration.

Zur Auswahl stehen zwei Varianten:

eine Defizitäre, mit eingebautem Schreibfehler, oder eine Normale.
Manchmal sind Fehl/Falschdrucke/Prägungen mehr wert als
die "Richtigen"(Normalen)

Beide Varianten enthalten noch eine rechtschreibtechnische "Neuordnung"
Es handelt sich zwar um delegierten Kunstgenuss, dem Anlass entsprechend habe ich daraus aber "deligiert" gemacht,
 
deli - für Delikatesse und

gier - für die Gier.

Denn nicht anderes ist der Kunstgenuss, die Gier nach Delikatessen.
Beides sollte dem Rezipienten genommen werden, um beim Künstler zu bleiben.








Sonntag, 26. April 2020

EINGELOCHT

Seit dem 16. März liegt der komplette Kulturbetrieb, wegen der Corona Krise am Boden. Keine Austellungsmöglichkeiten mit körperlicher Öffentlichkeit, geschlossene Galerien, Museen, keine Messen, einfach keine herkömmlichen Austellungsmöglichkeiten.
Auf der Suche nach Alternativen wird jeder auf seine Art fündig.
Nachdem ich am.1. April schon zu einer partizipativen Sofaperformance aufgerufen habe:

https://frank-terwey.blogspot.com/2020/03/partizipative-sofaperformance.html

und am 19. April eine aus Papier gesponnene Kugel "ausgewildert" habe:

https://frank-terwey.blogspot.com/2020/04/das-aussetzen-einer-kugel.html

habe ich gestern symbolisch 3 kleine (40x30) Leinwände in einem Loch in unserem Garten vergraben und lasse Gras darüber wachsen.

Diese Aktion ist eine Wiederholung einer Arbeit die ich schonmal in 2004  gemacht habe.


Wahrscheinlich wird das von mir ausgelobte gARTenstipendium auch nicht stattfinden.

https://frank-terwey.blogspot.com/2020/02/3-internationales-33-stunden.html

Zum angedachte Zeitpunkt werde ich die Leinwände wieder ausgraben und bei nächst möglicher Gelegenheit ausstellen.








Nach ca. einem Monat

Samstag, 11. April 2020

Interview in der BORKENER ZEITUNG vom 07. April 2020, KULTUR in der Corona-Zeit

MENSCHEN VERMISSEN KUNST 

Interview in der BORKENER ZEITUNG vom 07. April 2020, 
Frank Terwey über KULTUR in der Corona-Zeit 




BORKEN. 

Wegen der Corona-Pandemie werden reihenweise Kultur-Veranstaltungen abgesagt. Leidtragende sind in erster Linie die Künstler, aber auch das Publikum, das ohne Live-Veranstaltungen auskommen muss. Ist die Kultur damit in der Krise? Darüber sprach BZ-Redakteur Markus Schönherr mit Frank Terwey. Der Gemener macht seit vielen Jahren selbst Kunst-Projekte und vergibt jährlich ein Stipendium an einen Performance-Künstler. Zuletzt rief Terwey online zu einer Sofa-Performance auf, bei der die Teilnehmer Löcher in die Luft starren sollten.

 
BZ: Was hatte es mit der Sofa-Performance auf sich, zu der du am 1. April aufgerufen hast?


Frank Terwey: Der Kulturbetrieb steht quasi still. Künstler können nicht ausstellen. Leute, die an Kultur interessiert sind, können keine Konzerte, kein Kino, kein Theater und keine Ausstellungen besuchen. Viele sind überfordert damit, jetzt alleine zu Hause zu sein. Ich hab mir gedacht, da kann man auch auf dem Sofa sitzen und Löcher in die Luft starren. Da weiß man wenigstens für fünf Minuten, wozu man zu Hause sitzt. Das hat auch einen humoristischen Charakter, deshalb hab ich es absichtlich am 1. April gemacht.

 

BZ: Bekommt Kunst in Zeiten der Corona-Pandemie eine neue Bedeutung?


Terwey: Das ist schwer zu sagen. Ich finde gut, dass jetzt darüber gesprochen wird. Kunst wird vermisst. Kultur bedeutet Identität. Und mit der Identität bestimmen wir unsere Werte. Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin? Worauf beziehen wir uns? Das hat alles mit Kultur zu tun. Im Moment wird man reduziert auf das, was man braucht, und wenn man dann noch über Kunst und Kultur spricht, ist das positiv.

 

BZ: Aber ist Kunst und Kultur nicht auch das erste, auf das in Krisenzeiten verzichtet wird?


Terwey: Das ist meistens so, wenn es um die Kosten geht. Aber trotzdem vermissen es die Leute.

 

BZ: Also ist die Kultur durch Corona nicht zwangsläufig in einer Krise?


Terwey: Kunst und Kultur befinden sich grundsätzlich in einer Krise. Corona bietet eher die Chance, dass die Menschen merken: Da ist etwas, von dem ich gar nicht gedacht hätte, dass ich es vermisse. Das Gesundheitswesen und die Kultur sind oft die Bereiche, in denen als erstes Geld gestrichen wird. Jetzt bekommt man einen anderen Blick darauf und sagt vielleicht: Darum muss ich mich weiter kümmern, auch wenn Corona mal kein Thema mehr ist. Das ist zumindest mein Wunsch.

 

BZ: Kann es Menschen durch die Krise helfen, selbst Kunst zu machen?


Terwey: Das höre ich im Moment häufig. Jetzt muss man zu Hause bleiben und hat Zeit, Dinge zu Ende zu machen.

 

BZ: Hat sich in deiner Kunst etwas durch Corona verändert?


Terwey: Ich habe neben der Kunst meinen Butter- und Brot-Beruf, so dass sich für mich nicht viel verändert hat. Aber im Ausstellungsbetrieb verschiebt sich einiges. Das merke ich schon. Perspektivisch muss man runterfahren. Im Moment wird alles auf Septemper und Oktober verschoben. Man weiß aber nicht, ob das, was ausfällt, wirklich nachgeholt wird.

 

BZ: Bietet die aktuelle Lage auch die Chance, dass Künstler andere Wege gehen, zum Beispiel online?


Terwey: Auf jeden Fall. Bei der Musik ist es ja schon so, dass Konzerte gestreamt werden. Mit meiner Sofa-Performance bin ich auch einen neuen Weg gegangen. Der Künstler Roland Stratmann macht gerade ein Postkarten-Projekt mit dem Titel „Phantom“. Jeder kann ihm anonym Postkarten zuschicken, aus denen er ein Kunstwerk macht. Das ist eine Re-Digitalisierung. Alles, was man sonst bei Facebook erzählt, kann man ihm schreiben.


| Ein ausführlicher Bericht über das Projekt des aus Weseke stammenden Künstlers Roland Stratmann folgt in der morgigen Ausgabe.